Yppenmarkt

Der Yppenmarkt ist eine an den Brunnenmarkt angeschlossene „Fortsetzung“ des Brunnenmarktes.

Er entstand 1897 auf dem ehemaligen Exerzierplatz beim Yppenheim und war ursprünglich ein Großhandelsmarkt für Obst und Gemüse. Heute mit dem Brunnenmarkt nahezu zusammengewachsen, gemeinsam der größte Detailmarkt Wiens. Auf dem Yppenplatz hat sich seit der Jahrtausendwende eine lebendige, florierende Lokalkultur entwickelt.

Brunnenmarkt und Yppenviertel waren Drehort verschiedener Filme, unter anderem von Kebab mit Alles (2011), CopStories (seit 2013), Die Freischwimmerin (2014), Planet Ottakring (2015) und Kebab extra scharf! (2017). 2014 wurde der Brunnenmarkt mit Yppenplatz in der ORF-Fernsehsendung 9 Plätze – 9 Schätze zum Wiener Landessieger gewählt.

 

Alexander Friedmann (Unternehmer)

Alexander Friedmann (* 8. Mai 1838 in PestKönigreich Ungarn; † 22. Februar 1882 in Wien) war ein Wiener Industrieller, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter.

Seine Eltern waren der Kaufmann Heinrich Friedmann und Johanna. Er und seine Brüder Dubi und Siegwart Friedmann (1842–1916; als Samuel geb.; später Schauspieler und Mitbegründer des Deutschen Theaters in Berlin) wuchsen in Budapest in bescheidenen Verhältnissen auf.[1]

1860 ging er nach Paris. 1862, nach dem Tod des Vaters kehrte er zurück nach Österreich, wo er eine Stelle bei der Bahn in Aussicht hatte, um der Mutter nahe zu sein.

1868 verbesserte den Giffard'schen Injector (Dampfstrahlpumpe, Speisevorrichtung für Dampfkessel), erhielt ein kaiserliches Privileg und engagierte im nächsten Jahr Ernst Körting als Vertriebsingenieur, der diesen in Italien und England einführen sollte. Da Friedmann ihn nicht weiterentwickelte, tat Körting dies und erwarb noch im selben Jahr ein Patent.

1871 gründete er in der Leopoldstadt Am Tabor 6 seine Armaturenfabrik Alex. Friedmann und hatte schon Mitte der 1870er Verkaufsniederlassungen in England, USA und Russland.

1875 zog er als Abgeordneter des 2. Bezirks in den Wiener Gemeinderat und wurde Gegner von Bürgermeister Cajetan von Felder. Er war Mitglied des Abgeordnetenhauses: Oktober 1879 bis November 1881 im Klub der Liberalen und danach kurzzeitig bei der Vereinigte Linke.[3] Er war einer der ersten Gemeinderäte, der ein Wasserleitungssystem für Wien entwickelte.

Am 22. Februar 1882 starb Alexander Friedmann, sein 21-Jähriger Sohn Louis Philipp erbte seine florierende gleichnamige Firma, die Zulieferteile für Dampflokomotiven herstellte und in ihrem Segment die Marktführerschaft errungen hatte. Louis Friedmann war später außerdem Präsident des Automobilherstellers Gräf & Stift.[1] Sein Bruder Max Friedmann war ebenfalls Großunternehmer und produzierte in seiner Firma Friedmann-Knoller ein vom Konstrukteur Richard Knollerentwickeltes Automobil mit Dampfantrieb.

Die Friedmanngasse in Ottakring wurde 1882 nach ihm benannt.